Ausbildungsplanung in der Praxis – In 9 Schritten zum Ausbildungsplan

Sie möchten die Ausbildungsplanung in Ihrem Betrieb strategisch angehen, wissen aber nicht, wie und wo Sie am besten anfangen? Wir zeigen Ihnen, wie Sie den für Ihren Betrieb passenden Ausbildungsplan in 9 Schritten erstellen:


Intro

Das Erstellen eines betrieblichen Ausbildungsplans für jeden Auszubildenden ist rechtlich vorgeschrieben. Die gesetzliche Grundlage bilden die Ausbildungsordnung für den jeweiligen Ausbildungsberuf und der geltende Ausbildungsrahmenplan. Sie finden diese für alle Ausbildungsberufe auf der Webseite des Bundesinstitut für Berufsbildung. Im Ausbildungsrahmenplan finden Sie Vorgaben zur sachlichen und zeitlichen Gliederung der Ausbildung.

Schritt 1

Unternehmensbereiche und Arbeitsprozesse definieren

Ausgangspunkt Ihres betrieblichen Ausbildungsplans ist die Struktur Ihres Betriebes. Überlegen Sie, welche Unternehmensbereiche, Arbeitsprozesse und Aufgabenfelder Ihre Auszubildenden durchlaufen sollen, um die Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Im Anschluss legen Sie eine sinnvolle Reihenfolge für den Durchlauf der Abteilungen fest. Ihre Auszubildenden sollten zunächst die allgemeinen Abläufe kennen lernen und sich dann zum Spezifischen vorarbeiten. Benennen Sie in diesem Schritt auch Ansprechpersonen für die jeweiligen Bereiche.

Schritt 2

Ausbildungsrelevante Tätigkeiten bestimmen

Im nächsten Schritt bestimmen Sie die ausbildungsrelevanten Tätigkeiten innerhalb der Unternehmensbereiche. Was tun Ihre Auszubildenden genau in Bereich X und was in Abteilung Y?

Schritt 3

Ausbildungsinhalte benennen und beschreiben

Überlegen Sie in Schritt 3 gemeinsam mit den Fachanleiterinnen und Fachanleitern der jeweiligen Bereiche, welche Fähigkeiten und Kenntnisse Auszubildende erlernen müssen. So definieren Sie die Lernziele für den jeweiligen Ausbildungsabschnitt.

Mit diesen 3 Schritten haben Sie die wichtigsten Grundbausteine für Ihren betrieblichen Ausbildungsplan gelegt.

Schritt 4

Mit den Vorgaben des Ausbildungsrahmenplans abgleichen

Im 4. Schritt erfolgt der Abgleich mit den Vorgaben zur sachlichen und zeitlichen Gliederung der Ausbildung aus dem Rahmenplan. Diese Vorgaben sind grob formuliert und werden durch eine Flexibilitätsklausel in jeder Ausbildungsordnung ergänzt. Auf dieser Grundlage können Sie die sachliche und zeitliche Reihenfolge der Gliederung an Ihre individuellen Gegebenheiten und die einzelnen Auszubildenden anpassen.

Schritt 5

Individuelle Besonderheiten der Auszubildenden berücksichtigen

Kein Auszubildender gleicht dem anderen. Daher sollten Sie bei der Planung die jeweiligen Vorerfahrungen und Vorkenntnisse Ihrer Auszubildenden, die individuelle Leistungsstärke und Lernvoraussetzungen sowie fachliche Interessen berücksichtigen und bei Bedarf den Durchlauf während der Ausbildung anpassen.

Schritt 6

Zusatzqualifikationen festlegen

In vielen Unternehmen sind weitere fachliche und überfachliche Kompetenzen für eine erfolgreiche Berufsausübung notwendig. Legen Sie fest, welche spezifischen Fachkenntnisse in Ihrem Unternehmen relevant sind und welche Zusatzqualifikationen Ihre Auszubildenden wann und wo erwerben.

Schritt 7

Den Durchlauf zeitlich ordnen

Wenn Sie nun den genauen zeitlichen Durchlauf festlegen wollen, berechnen Sie zunächst, wieviel Zeit die Auszubildenden tatsächlich in Ihrem Unternehmen verbringen. Dafür kalkulieren Sie die Arbeitstage in einem Jahr, ziehen die Ausbildungszeiten in der Berufsschule und bei möglichen Verbundpartnern ebenso ab wie Urlaubszeiten, Prüfungszeiträume und kalkulatorische Krankheitstage. Nun wissen Sie, wieviel Zeit Ihnen zur Vermittlung der Ausbildungsinhalte tatsächlich zur Verfügung steht.

Legen Sie noch fest, wieviel Zeit die Auszubildenden an den jeweiligen Ausbildungsstationen verbringen.
Nun haben Sie Ihren betrieblichen Ausbildungsplan erstellt.

Schritt 8

Das Informationsverfahren festlegen

Damit der Ausbildungsplan seine Funktion erfüllen kann, müssen alle Beteiligten über den Plan informiert sein. Kommunizieren Sie die Planung an alle Ausbildungsbeteiligten und informieren Sie sich über mögliche Abweichungen.

Form und Darstellung der betrieblichen Ausbildungsplanung sind nicht vorgeschrieben. Für kleine Betriebe mit wenigen Auszubildenden reicht womöglich eine Planung in Checklistenform, während größere Unternehmen mit mehreren Auszubildenden in unterschiedlichen Berufen eine gut strukturierte Planung brauchen, um den Überblick zu behalten. Überlegen Sie auch, ob Sie einen auf die Bedarfe der Auszubildenden zugeschnittenen Ausbildungsplan erstellen wollen.

Transparent gestaltet dient er allen Ausbildungsbeteiligten zur Orientierung und ist Grundlage für Feedback- und Beurteilungsgespräche. Gut gepflegt hilft er Ihnen den Überblick auch in turbulenten Zeiten zu behalten.

Schritt 9

Die digitale Umsetzung des Ausbildungsplans

Wir empfehlen, den Ausbildungsplan mit einem digitalen Tool aufzubereiten. Ausbildungspersonal und Auszubildende können so flexibel und mobil auf den Ausbildungsplan zugreifen. Außerdem kann er bei Bedarf unkompliziert verändert und angepasst werden.

Hiermit haben Sie einen zu Ihrem Betrieb und Ihren Auszubildenden passenden Ausbildungsplan erstellt!

Weitere Informationen finden Sie in unserem Heft aus:bilden „Ausbildungsplanung für die betriebliche Praxis!“ In unseren Qualifizierungsangeboten oder im Rahmen unserer Beratungsleistungen stehen wir Ihnen gerne bei Ihren individuellen Fragen und Anliegen zur Seite.

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